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Balsa - La madera que sabe volar "Das fliegende Holz"

Im November 2008 haben wir begonnen, uns intensiv mit der extrem leichten Holzart Balsa (Ochroma lagopus) zu beschäftigen. Antrieb dazu ist die weltweit starke und seit Jahren stetig steigende Nachfrage nach dem Holz, was inzwischen in den vielfältigsten Industriezweigen zur Herstellung verschiedenster Produkte verwendet wird. Balsa hat sein natürliches Verbreitungsgebiet in den Tropen, das beste Wachstum und damit die beste Holzqualität wird bei einer Höhe zwischen 200 bis 600m ü.NN und bei ganzjährig hohen, gleichmäßigen Niederschlägen erzielt. Für ein schnelles Wachstum benötigt der Balsabaum auβerdem mineralhaltigen Boden, wie er insbesondere an Fluβterrassen vorkommt. Der Balsabaum kann nach 3-4 Jahren eine Höhe von 12m haben und einen Durchmesser von mehr als 30cm erreichen. Schon bei diesem Durchmesser ist das superleichte Holz (150 kg/m³) marktfähig. Ziel des Projektes soll es sein, hoch produktive Agroforstsysteme zu entwickeln, die zu einem verstärkten Anbau und Nutzung des Balsabaumes motivieren um somit Einnahmequellen für die einheimische Bevölkerung zu schaffen und den Druck auf die Primärwaldflächen zu verringern.

Für Modellbauer: Balsaholz

Ein besonderes Augenmerk in diesem Balsa-Projekt haben wir in den Gebieten wo sich sozio-ambientale Konflikte entwickeln können, d.h. Dorfgemeinschaften, die sich am Rand von Primärwaldflächen befinden.
In diesem Projekt arbeiten wir intensiv mit den indigenen Dorfgemeinschaften zusammen. Im Blickfeld liegt hier insbesondere die Schulung der möglichen Produzenten und die Vermarktung des Holzes.

typische, bepflanzbare Fläche

Projektgebiet
Als bepflanzbare Flächen kommen insbesondere Flächen in unmittlbarer Flussnähe  in Frage. Möglich wären Pflanzungen am Rio Jatun Yacu und Rio Iloculin. Bevorzugt arbeiten wir hierbei mit den Dorfgemeinschaften, die im Umfeld von gröβeren, zusammenhängenden Regenwaldflächen liegen. Vorgesehen sind Pflanzungen in den Comunidades Venecia, Tiyu Yacu, Santa Urco und im neuen Projektgebiet Alto Iloculin. In diesen Dorfgemeinschaften verfügt das Centro de Educación Ambiental „Lisan Yacu“  auf Grund früherer Projekte über ausgezeichnete Kontakte und sehr gute Kenntnise der Flächen.

Projektdurchführung
Bereits im November 2008 haben wir begonnen, Baumschulen in den Comunidades Serena, Venecia und am "Y de Misahualli" zu errichten um somit die Bereitstellung des Pflanzmateriales sicher zu stellen.
Dabei wurden insgesamt 40000 Balsasamen gesät, vereinzelt und bis zu einer Gröβe von 25 cm gepflegt. Mit dieser Dimension kann der Balsabaum problemlos ausgepflanzt werden.

Balsapflanzung Januar ´09

Im Januar 2009 war es dann soweit:
Die erste Balsaanpflanzung stand an. In der Comunidad Venecia haben wir eine degradierte Fläche mit selbst gezogenen Balsapflänzchen bepflanzt. Dabei wurde die Fläche gründlich von unerwünschter Begleitvegetation gereinigt und die Balsasämlinge in Reihen gepflanzt, markiert und vermessen. Die Position der Pflanzung wurde mittels eines GPS-Gerätes aufgenommen um somit eine möglichst genaue Kartierung der Pflanzungen gewährleisten zu können. 4 Wochen später wurde die Fläche erneut registriert und die Pflanzen vermessen. Innerhalb dieses kurzen Zeitraumes sind die Bäume bereits 10cm gewachsen und haben eine Höhe von bis zu 35 cm erreicht. Dies stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft und für die weiteren geplanten Pflanzungen im Projektgebiet.

4 Wochen alter Balsa

Im Folgenden sollen die gezogenen Balsapflänzchen ausgepflanzt werden und somit eine bepflanzte Fläche von mindestens 100ha pro Jahr realisieren zu können. Wichtig hierbei wird insbesondere der enge Kontakt zur lokalen Bevölkerung sein, denn Ziel soll sein, die Bauern in Fortbildungskursen soweit zu bilden, dass sie im Stande sind eine derartig durchgeführte Anpflanzung selbst auf ihren Flächen durchführen. Das Centro de Educación Ambiental „Lisan Yacu“  übernimmt die Bereitstellung des Samenmateriales, die Registrierung bzw. Kartierung der Flächen und kann unterstützend bei den Pflanzungen agieren.

Agroforstsystem

Im Optimalfall entwickeln sich somit Agroforstsysteme auf degradierten Flächen, die den Bauern eine weitere Einnahmequelle bringen und somit den Druck auf die wertvollen Edelhölzer der Primärwälder nehmen werden. Die Bauern können auf den Balsaflächen auch weiterhin Landwirtschaft betreiben, und wichtige Produkte, wie Kakao, Kochbananen, Orangen, Kaffee anbauen, ohne die Balsabäume im Wachsstum zu bremsen

Auf Grund des schnellen Wachstums der Balsabäume kann mit einem Erreichen des Zieldurchmessers von 30-45 cm in einem Alter von 3-5 Jahren gerechnet werden. In diesem Alter können die Bäume bereits geerntet und verkauft werden. CEA-Lisan Yacu wird die Bauern bei der Vermarktung unterstützen und Kontakte mit potentiellen Abnehmern knüpfen um einen möglichst hohen Erlös für das gefragte Holz erzielen zu können. Im folgenden liegt uns die Beratung der Bauern in Bezug der beernteten Flächen am Herzen, eine solche wird im Rahmen von Kursen in den jeweiligen Comunidades erfolgen.
Das Stichort heißt hier Nachhaltigkeit, was insbesondere bei der folgenden Bewirtschaftung bedacht werden soll. Die Balsapflanzungen sollen professionell durchgeführt werden, damit auch eine Zertifizierung durch PEFC, bzw. Forest Stewardship Council möglich ist um somit hochwertiges, nachhaltig bewirtschaftetes Holz von legal bewirtschafteten Flächen auf den Markt bringen zu können.

Zwischenbilanz Oktober 2010
In den letzten 1,5 Jahren haben wir die Balsapflanzungen ausgeweitet und so 8 ha Balsa in den benachbarten Dorfgemeinschaften Venecia derecha und Santa Urco gepflanzt. In Serena haben wir ebenfalls 2 ha Balsa gepflanzt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: mit einer durchschnittlichen Höhe von 6,50 m und einem Mittendurchmesser von 18 cm liegen die erzielten Dimensionen noch über den zu erwartenden.

Das Holz aus unseren Pflanzungen besitzt eine sehr gute Qualität, ist sehr leicht und von heller Farbe, es entspricht somit den geforderten Richtlinien der Aufkäufer.

Auf Grund dieser guten Ergebnisse konnten wir unerwartet früh die zweite Projektphase einleiten. Im Zeitraum Juni-Dezember 2010 haben wir wir einen Kurs zur Herstellung von Artesaniafiguren aus Balsaholz in der Kichwa-Comunidad Venecia durchgefuehrt. Die Durchführung übernahm ein von uns engagierter Shuar-Indianer, der schon seit seiner Kindheit im Kunsthandwerk unter Verwendung von Balsaholz arbeitet. Nach Abschluss konnten die am Kurs teilgenommenen Dorfmitglieder selbständig Figuren aus Balsaholz herstellen und nun die Figuren an interessierte Touristen verkaufen und haben somit eine weitere Einnahmequelle erschaffen. Auf Grund des guten Wachstums werden wir auch weitere Balsapflanzungen durchführen, die Nachfrage jedenfalls ist da.

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